Kontrollierte Qualität

Ahornsirup ist schon von Haus aus ein reines Naturprodukt und damit frei von jeglichen Zusatzstoffen oder Konservierungsmitteln. Warum also dann auch noch „BIO“?

Ganz einfach weil die Produktion von konventionell und ökologisch erzeugtem Sirup trotz aller Natürlichkeit deutlich unterschiedlichen Regelungen folgt! So fordert die Produktion von Bio Ahornsirup nicht nur ein besonders hohes Maß an Können und Sorgsamkeit – sie erfordert auch einen hohen Respekt vor der Natur und Umwelt, in der der Zucker-Ahorn angebaut wird:

Damit das Ökosystem stabil und ausgeglichen bleibt, müssen mindestens 15% des Bewuchses eines „Bio-Ahornwaldes“ aus anderen Pflanzen und Gehölzen bestehen. Auf diese Weise wird verhindert, dass schädlingsanfällige Monokulturen entstehen, die den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln notwendig erscheinen lassen. Selbstredend, dass beim Bioanbau keinerlei Pestizide oder Düngemittel ausgebracht werden, denn diese verändern die Zusammensetzung des Bodens – dessen Säure- und Mineraliengehalt – und beeinflussen auf diese Weise den unverfälschten Geschmack des  Ahornsirups.

Außerdem wird beim Bioanbau die Auswahl der Bäume, die im Frühjahr angezapft werden, an Hand einer speziellen Übersicht getroffen, aus der die Größe der geeigneten Bäume sowie die Anzahl der möglichen Bohrlöcher entnommen werden. Auf diese Weise werden kleine, junge Bäume geschützt und können sich in Ruhe entfalten. Erst wenn diese – ohne die Unterstützung von Düngemitteln, die einen schnelleren Wuchs fördern – eine entsprechende Größe und einen Stammdurchmesser von >20 cm haben, werden sie zur Sirupproduktion freigegeben. Auch wenn die Bäume dann nicht selten ein Alter von mehr als 40 Jahren haben, kann nur damit gewährleistet werden, dass die Bäume bei der Ernte nicht ausgezehrt und unnötig belastet werden. Ein solch vernünftiges Management garantiert im Übrigen auch den Erhalt der wertvollen Bäume für nachfolgende Generationen, da die Bäume so selbst bei jährlichen Zapfen ein stolzes Alter von mehr als 250 Jahren erreichen können.

Ein wichtiges Kriterium zum Erhalt der Bäume ist allerdings auch das Anzapfen der Zuckerbäume: Nach ökologischen Richtlinien ist daher nicht nur die Anzahl der Bohrlöcher auf maximal 5 beschränkt, es dürfen auch nur ausschließlich nahrungsmittelverträgliche Ethylalkohole verwendet werden, um die Löcher und die Ausrüstung zu desinfizieren! Überhaupt ist während der gesamten Produktion nur der Einsatz der von den Zertifizierungsstellen empfohlenen und freigegebenen Produkte erlaubt. Der Einsatz von Bleichmitteln, die das Verschließen der Zapflöcher verhindern, ist genauso untersagt wie der Einsatz starker Pumpen, die dem Baum mehr Saft entziehen und so für höhere Erträge sorgen. Beim Bio Anbau wird nur das natürliche Gefälle des Leitungssystems ausgenutzt, durch das der Baumsaft zu den Ahornhütten gelangt  – zu Gunsten einer besseren Sirup-Qualität.

Um Verunreinigungen zu vermeiden, kommen Saft und Sirup außerhalb des Leitungssystems ausschließlich mit Edelstahl in Kontakt. Auch nach dem Erhitzen wird der eigentliche Sirup in Edelstahlbehältern aufbewahrt, um die Qualität bis zur kundenspezifischen Abfüllung zu gewähren.

Die Bio-Zertifizierungsstellen verlangen von Ahornbauern, Herstellern und Lieferanten die strikte Einhaltung der aufgestellten Regeln sowie die Führung eines Produktions-Logbuchs, das bei den jährlichen angekündigten und unangekündigten Kontrollen der verantwortlichen Zertifizierungsbehörde zur Begutachtung vorgelegt werden muss.

 

Öko-Kontrollstelle: DE-ÖKO-013